Nummerierungssystem der belgischen Kennzeichen
Belgien verfügt über ein einzigartiges Kennzeichensystem in Europa, erkennbar an seinen rubinroten Zeichen auf weißem Hintergrund. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über die Nummerierung und die Geschichte der belgischen Kennzeichen.
Das aktuelle Format: X-XXX-XXX
Seit dem 16. November 2010 verwendet Belgien das europäische Format X-XXX-XXX: 1 Ziffer (der Index) + 3 Buchstaben + 3 Ziffern. Das Kennzeichen misst 520 x 110 mm und trägt links einen blauen Europastreifen mit den EU-Sternen und dem Ländercode « B ».
Die Zeichen sind in Rubinrot (RAL 3003) auf weißem Hintergrund — eine einzigartige Besonderheit in Europa, da alle anderen Länder schwarze Zeichen verwenden. Diese Wahl geht auf das Jahr 1928 zurück.
Die Reihenfolge der Nummerierung
Die Inkrementierungssequenz folgt einer präzisen Reihenfolge:
- Die 3 Ziffern rechts ändern sich zuerst: 2-JEU-001 → 2-JEU-002 → ... → 2-JEU-999
- Die 3 Buchstaben in der Mitte ändern sich danach (der Buchstabe ganz rechts zuerst): 2-JEU-999 → 2-JEV-001
- Die Indexziffer links wird erhöht, wenn alle Buchstabenkombinationen erschöpft sind: nach 1-ZZZ-999 kommt 2-AAA-001
Die Indexziffer ist rein sequentiell — sie gibt weder die Region noch den Fahrzeugtyp an. Der Übergang von Index 1 zu Index 2 fand am 27. Januar 2021 statt.
Ausgeschlossene Buchstaben und verbotene Kombinationen
Die Buchstaben I und O sind aus allen Standardserien ausgeschlossen, um Verwechslungen mit den Ziffern 1 und 0 zu vermeiden. Früher waren auch die Buchstaben M, W und Q ausgeschlossen, sie wurden jedoch im September 2017 wieder eingeführt.
Darüber hinaus werden mehr als 40 Kombinationen aus drei Buchstaben absichtlich ausgelassen, um anstößige, politische oder religiöse Begriffe zu vermeiden (zum Beispiel: ASS, CON, CUL, SEX, GOD, HIV sowie Akronyme belgischer politischer Parteien wie NVA, CDH, PTB usw.).
Kapazität des Systems
Mit 24 verfügbaren Buchstaben (A-Z ohne I und O) und den Indizes 1 bis 9 bietet das System etwa 49 Millionen mögliche Kombinationen. Beim derzeitigen Tempo von etwa 3.000 Zulassungen pro Werktag verfügt das System noch über mehrere Jahrzehnte Kapazität.
Kurze Geschichte der belgischen Kennzeichen
| Zeitraum | Format | Bemerkung |
|---|---|---|
| 1899 | Nur Ziffern | Erste belgische Kennzeichen |
| 1928 | Rot auf Weiß | Einführung der markanten Farbe |
| 1973–2008 | AAA-123 | Klassisches Format (3 Buchstaben + 3 Ziffern) |
| 2008–2010 | 123-AAA | Umgekehrtes Format |
| 2010–heute | 1-AAA-001 | Aktuelles europäisches Format |
| 2021 | 2-AAA-001 | Übergang zu Index 2 |
Die verschiedenen Kennzeichentypen
Neben den Standardkennzeichen verwendet Belgien verschiedene Sonderkennzeichen:
- Personalisierte Kennzeichen: bis zu 8 frei wählbare Zeichen, mit einem « CV »-Stempel versehen. Kosten: 1.000 €.
- Motorräder: Präfix M oder W (Format M-AAA-001).
- Oldtimer: Präfix O, vorbehalten für Fahrzeuge älter als 30 Jahre.
- Anhänger und Wohnwagen: Präfix Q.
- Landwirtschaftliche Fahrzeuge: Präfix G-L, weiße Zeichen auf rotem Hintergrund (umgekehrt).
- Händlerkennzeichen (Werkstatt): Präfix Z, grüne Zeichen auf weißem Hintergrund.
- Transit-/Exportkennzeichen: Präfixe WA oder XA, weiße Zeichen auf rotem Hintergrund.
- Diplomatenkennzeichen: Präfix CD.
- Königliche Familie: nur Ziffern (der König trägt die Nr. 1).
Belgische Besonderheiten
- Das Kennzeichen ist an den Eigentümer gebunden, nicht an das Fahrzeug. Wenn Sie Ihr Auto verkaufen, behalten Sie Ihr Kennzeichen.
- Nur das hintere Kennzeichen wird vom Staat mit einem Sicherheitssiegel ausgestellt. Das vordere Kennzeichen muss separat bei einem zugelassenen Händler erworben werden.
- Belgien ist das einzige EU-Land, das rote Zeichen auf seinen Kennzeichen verwendet.
- 1973 wurden 100.000 gelbe und schwarze Kennzeichen (Format AAA-001) hergestellt, aber schließlich vernichtet, ohne jemals verwendet worden zu sein — Belgien behielt seine Tradition von Rot auf Weiß.
